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Teil 2: Das steemianische Königshaus

Artikel: https://steemit.com/deutsch/@getdigital/goetter-des-steems-2-das-steemianische-koenigshaus

Im Verlauf der Jahrtausende gewann das irdische Leben an Vielfalt. So war es auch nicht verwunderlich, dass die meisten neuen Gedanken irdischen Ursprungs waren. Doch die Götter stellten fest, dass die Verteilung der neuen Ideen unregelmäßig war. Einigen Götter wurden mehr Gedanken zuteil, als anderen. Und jene Götter schienen sich besserer Laune zu erfreuen. Sie waren vitaler und mächtiger. Zur Ergründung des Rätsels Lösung machten sich die Götter auf den Weg in die materielle Welt, die man Steemwald nannte. Auf ihren Reisen durch wunderschön geformte Materie, entdeckten die Götter einen Tempel. Da sie zum ersten mal im Steemwald waren, wussten sie zunächst nichts mit diesem scheinbar sinnlosen Bauwerk anzufangen. Auffällig war das Abbild eines der Zeugen am Torbogen. Vor dem Tempel knieten Bewohner des Steemwaldes und klagten ihre Sorgen an das Gebäude. Die Götter baten einen Steemianer um Erklärung. Er verdeutlichte den merkwürdigen Reisenden, dass man die Götter am Tempel anbete. Dafür erwarte man im Gegenzug göttlichen Beistand. Bei der Besichtigung weiterer Tempel, stellten sie fest, dass die gut besuchten Tempel jenen Götter gewidmet waren, die in der Vergangenheit mehr Gedanken zu verarbeiten hatten, und somit auch stärker und mächtiger waren.

Nach ihrer Rückkehr in den Steem, berichteten die Götter dem Universum. Struktur entschied, dass man zukünftig dem Willen der Steemianer folge leisten würde. Erhält ein Zeuge zu wenig Zuspruch, wird er durch einen neuen ausgetauscht werden. Nur so könnte man verhindern, dass Gedanken zurückgehalten oder gar verloren gehen. Besorgt von dieser Entwicklung, machten sich die Götter an ihre Arbeit. Oreus, der jüngste Zeuge des Steems, hatte dieser Tage wenig zu tun. Um seine Verbannung aus dem Steem zu verhindern, entschied er sich, dem Steemwald einen Besuch abzustatten und den Bewohner seine wahres Wesen und seine Macht vorzuführen. Doch die Absichten des Zeugen blieben nicht unbemerkt. Noch vor der Abreise in die Welt der Sterblichen, wurde Oreus von Raum aufgehalten. Struktur verfügte, dass Oreus zwar Zeuge bleiben durfte, sich aber nur dann seiner Arbeit widmen durfte, wenn Bedarf an einem weiteren Zeugen bestand. Um die Einhaltung dieser Entscheidung zu garantieren, entzog das Universum Oreus sein göttliche Macht.

Die Pflicht eines Zeugen war die Kombination aus Gedanken, bis diese einen zusammenhängenden und sinnvollen Gedankenblock bildeten. Die Macht eines Zeugen bestand jedoch aus einer Kette, die er üblicherweise um die Hüfte trug. Die erstellten Gedankenblöcke wurden mittels dieser Kette unwiderruflich am Universum verankert. Dabei stellte die Kette die Ordnung des universellen Gedächtnisses dar. Da es im Universum nur eine Ordnung gab, handelte es sich also bei den Ketten der Zeugen nicht um verschiedene, sondern immer nur um die Gleiche. Diese Tatsache machte die Kette nahezu unzerstörbar. Doch die Kette war mehr als nur ein Werkzeug. Sie war ein Teil des Zeugen und seiner Existenz. Ohne sie, wäre auch ein Zeuge nicht mehr als ein Gedanke gewesen, unfähig sich über sein eigenes Wesen zu erheben. Nur das Universum selbst vermochte die Kette vom Zeugen zu lösen. Da der Verlust der Kette dem Zeugen die Fähigkeit nahm, die eigene Existenz zu verändern, konnte dieser auch keine materielle Form mehr annehmen und war somit an den Steem gebunden. Die Zeugen bezeichneten ihr Machtinstrument auch als Blockkette.

Das Universum entsandte Oreus Blockkette nach Steemwald zum Elementar Geron. Geron war der erste Elementar des Steems. Fast so alt wie die Materie selbst, verbrachte er den Großteil seiner Existenz im Steemwald. Als er vom Universum mit dem Schutz von Oreus Blockkette betraut wurde, sah er diese in Gefahr. Denn der Steemwald bot nicht nur endlose Schönheit. Von Neid, Gier und Machthunger getriebene Kreaturen waren ebenfalls Teil dieser Welt. Geron war zwar unsterblich, aber nicht unbesiegbar. Um den Schutz der Kette zu gewährleisten, brauchte er also Hilfe. Da die Steemwald Bewohner zu leicht der Verlockung verfallen würden, sich der Kette zu bemächtigen, wandte Geron sich an andere Elementare. Drei weitere Elementare beschlossen, sich Geron's heiliger Mission anzuschließen. Sie errichteten eine riesige Festung im Herzen des Steemwaldes. Sie besaß vier Türme. Ein jeder Turm wurde von einem Elementar bewohnt. Sie sorgten fortan nicht nur für den Schutz der Blockkette, sondern auch für die Durchsetzung von Recht und Ordnung in ihrem Herrschaftsbereich. Dies sprach sich im Steemwald rum und lockte rechtschaffene Steemianer in die Nähe der Festung. Und so bildete sich mit der Zeit eine kleiner Stadt um die Festung der Elementare. Als Machtkämpfe das Land prägten und zu spalteten drohten, entschieden sich die Stadtbewohner, die absolute Macht über die Stadt an die Elementare zu übergeben. Denn sie waren die einzigen, die die Weitsicht und die Macht besaßen, den Frieden in der Region zu gewährleisten. Es war die Geburtsstunde des ersten steemianischen Königreiches.

Anfänglich bestand das steemianische Königshaus aus vier Elementaren, mit Geron als König. Unsterblich, einsam und gelangweilt von der Bewachung der heiligen Blockkette, luden sie von Zeit zu Zeit Waldbewohner zu sich ein, um ihren Gedanken zu lauschen und sich an die Zeiten im Steem zu erinnern. Geron jedoch konnte sich kaum noch an jene Zeiten erinnern. Zu lange schon bewohnte er den Wald. Und er liebte es. Vor allem seit seiner Bekanntschaft mit einem wundervollen Menschenweib namens Brina. Nach jahrelangem Umwerben, brachte ihre Beziehung ein Sohn hervor. Der erste steemianische Prinz. Doch sollte er nie König werden. Denn sein Vater würde ihn überleben. Genauso wie seine Enkelkinder und deren Kinder. Gerons Nachfahren genossen zwar ein ungewöhnlich langes Leben, waren aber dennoch sterblich. Der unsterbliche König war dazu verdammt, seine Familie zu überleben. Nach zwei Jahrtausenden konnte Geron das Sterben nicht länger ertragen. Er verriegelte seinen Turm und wollte fortan nicht länger am irdischen Leben teilhaben. Monatelang hörte und sah man nichts vom alten König. Dann entschied seine Familie, den Turm gewaltsam zu öffnen, um nach dem Rechten zu sehen. Doch der Turm war verlassen und Geron wurde seitdem nie wieder gesehen. Die drei anderen Elementare hatten die Festung bereits vor geraumer Zeit verlassen. Sie sahen nicht ein, eine alte Reliquie zu bewachen, derer seit fast zweitausend Jahren niemand habhaft werden wollte. Der Schutz der heiligen Kette oblag nun den sterblichen Nachfahren Gerons.

goetterdessteems/posts/teil2/start.txt · Zuletzt geändert: 2018/07/23 14:54 von getdigital